Azure Cloud ComputingDie AWS-Public-Cloud ist eine äußerst beliebte Option für SAP. Unternehmen können ihre umfangreiche Infrastruktur und ihr Toolset zum Aufbau einer flexiblen, skalierbaren und globalen Umgebung nutzen und dabei die Kosten in Grenzen halten. Eine Public-Cloud wie die von AWS hat jedoch ihre Eigenheiten und erfordert ein gewisses Maß an Public-Cloud-Kenntnis.

 

Für die meisten Unternehmen ist daher die Frage, ob sie für den Betrieb von SAP in einer Public-Cloud in eigene Mitarbeiter im Haus investieren oder sich einen bewährten Partner suchen sollen. In jedem Fall ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei SAP nicht einfach um noch eine Workload handelt, sondern dafür Wissen und Erfahrung erforderlich sind, um die gesamte SAP-Umgebung zu optimieren.

 

Vier wichtige Anforderungen an Ihren SAP-AWS-Anbieter

 

 

1 – Kenntnis der wahren Kosten einer SAP-Konfiguration in der Public-Cloud:

 

Während die Public-Cloud eine hervorragende Option für SAP-Hosting ist, darf man in diesem Fall nicht davon ausgehen, dass es auch wenig kostet. Die reine Rechenleistung der Public-Cloud kostet nicht viel, doch können RAM-intensive Anwendungen wie HANA ganz schön ins Geld gehen. Dasselbe gilt auch in der Cloud – sie ist recht billig, bis man Hochleistungsspeicher für eine schnelle Datenbankreaktion braucht, dann steigen die Fixkosten.

 

Das soll keineswegs heißen, dass die Gesamtbetriebskosten für SAP in der Public-Cloud nicht günstig sind. Doch sind die Kosten dafür, dass Sie Ihre SAP SLAs in der Public-Cloud erreichen, nicht unbedingt niedrig. Das hängt von der Umgebung, der gewünschten Verfügbarkeit und den anderen SLAs ab. Der Wert liegt tatsächlich nicht allein in den Kosten, sondern in der Stabilität, der Elastizität und der Fähigkeit, sich schnell zu verändern. Man kann daher viele Argumente dafür finden, warum für eine Konfiguration in der Public-Cloud sowohl SAP- als auch cloudspezifische Fachkenntnis erforderlich ist.

 

Überlegung Nr. 1: Gründe für eine Bereitstellung von SAP in der Public-Cloud sind nicht nur die Kosten. Wählen Sie daher den richtigen Partner, der diese Umgebung versteht und einen tatsächlichen Nutzen liefern kann. 

 

2 – Klarheit darüber, dass es keine 1:1-Übereinstimmung mit Public-Cloud-Computing gibt:

 

Public-Cloud-Bereitstellungen stimmen schon per se nicht 1:1 mit Private-Cloud- oder hausinternen Lösungen überein. Tatsächlich gilt dies auch schon für Public-Cloud-Bereitstellungen verschiedener Cloud-Anbieter.

 

Hausinterne Lösungen werden von oben nach unten als sichere, zuverlässige und leistungsstarke Lösungen konzipiert, die normalerweise durch eine Firewall geschützt sind, durch eine DMZ abgeschirmt werden und deren Datenverkehr durch einen Lastverteiler (Application Delivery Controller) verteilt wird. Der Datenverkehr wird außerdem weiter in verschiedene VLANS segmentiert, eher er an die workload-spezifischen Server weitergeleitet wird.

 

In einer Public-Cloud werden Lösungen dagegen von unten nach oben aufgebaut. Am Anfang steht die Subskription, dann folgt die Definition nach Region oder Regionen. Die Lösungen werden dann über Verfügbarkeitszonen, Sicherheitsgruppen und Auto-Scale-Gruppen hinweg gebaut. Je nach Anbieter bestimmen dann die VM-Familien, welche Speicherfamilien unterstützt werden. Und davon hängt dann wieder der IOPS-Wert ab, der die Leistung bestimmt. Wenn dann noch SAP dazukommt, wird die Architektur noch interessanter und wesentlich komplexer, denn nur so können die SLAs erfüllt werden, die Ihre Anwender für ihre Aufgaben benötigen.

 

Überlegung Nr. 2: Finden Sie einen Dienstanbieter, der die gesamte Infrastruktur versteht und nicht nur die Anwendungsschicht.

 

3 – Wissen, wie SAP in der Public-Cloud gesichert werden muss:

 

In der Branche gilt als optimale Vorgehensweise, Datenbank und Anwendungsserver zu isolieren. Außerdem soll der Zugriff durch Segmentierung des Netzwerkverkehrs und Einrichtung von VPS-Tunnels für die Verbindung mit und den Zugang zu dem System begrenzt werden. Dafür ist es wichtig zu verstehen, dass sowohl AWS als auch Azure ihre MPLS-Verbindungen unter Namen wie AWS Direct Connect und Azure Express Route anbieten. In Public-Cloud-Bereitstellungen können Sicherheitsgruppen den gleichen Zweck erfüllen wie Firewalls, da sie beide den Netzwerkverkehr begrenzen. Sicherheitsgruppen bieten außerdem gegenüber Firewalls den Vorteil, dass bei der Einbeziehung neuer Server in das System die Regeln einfach auf diese übertragen werden können. Häufig werden zudem Lösungen mit Bastion-Hosts oder Jump-Servern konfiguriert, um den Zugriff noch weiter zu begrenzen.

 

Überlegung Nr. 3: Bei Konfigurationen in der Public-Cloud ergeben sich ganz eigene Sicherheitsüberlegungen. Ihr Partner sollte daher erklären können, wie die Sicherheit Ihrer SAP-Umgebung erreicht wird.

 

4 – Durchführung proaktiver Abstimmung und Verwaltung:

 

SAP erfordert eine sorgfältige Verwaltung und eine häufige Abstimmung (Tuning), um die Leistung aufrechtzuerhalten. Deshalb ist es wichtig, das SAP-Tuning regelmäßig und proaktiv vorzunehmen, da SAP am effizientesten arbeitet, wenn dies nicht nur bei Bedarf geschieht. Da die SAP-Leistung nicht erst bei der Anwendungsschicht beginnt, muss die gesamte Infrastruktur ständig überwacht, stabilisiert und abgestimmt werden.

 

Eine der Herausforderungen, die sich Unternehmen bei SAP-Bereitstellungen in der Public-Cloud stellen, ist, dass diese SAP wie jede andere Workload behandeln. Betrachtet man die ganzen Plattform und die Anwendungsschicht jedoch ganzheitlich, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre SAP-Lösungen stabiler und besser funktionieren. Ein Beispiel für diese Synergie ist die Datenbank. Die Abstimmung einer Datenbank ohne gleichzeitige Optimierung und Stabilisierung des Betriebssystems lässt sich nur schwer vorstellen. Sie sehen also, dass die Feinheiten der Verwaltung von SAP-Lösungen in der Public-Cloud zeigen, wie wichtig es ist, einen Partner zu haben, der nicht nur die Anwendung und die Cloud sondern auch die zugrundeliegende Plattform versteht. AWS-Zertifizierung ist gut, aber ein breiteres Fachwissen ist unerlässlich.

 

Überlegung Nr. 4: Versteht Ihr Partner die Beziehung zwischen Plattform und Anwendung?

 

SAP kann in der AWS-Cloud gut funktionieren

 

Bei der Konfiguration von SAP in der Public-Cloud darf man nie vergessen, dass die Amazon- oder Azure-Cloud ein Speicherort ist und keine Lösung. Sie ist sozusagen die Nachbarschaft, in der Sie ein Heim für die Daten und Prozesse Ihrer Firma bauen wollen. Ob Sie so zu einer Traumvilla oder einer Geldvernichtungsmaschine kommen, hängt davon ab, ob Sie für Entwicklung, Aufbau und Wartung das richtige Team wählen.

 

Symmetry bietet vollständiges SAP-Hosting und Managed-Services an, mit denen wir Ihnen helfen, das Beste aus SAP in der Public-Cloud herauszuholen. Wir arbeiten als Teil Ihres eigenen Teams: egal ob Sie eine vollständige, verwaltete Private-Cloud-Lösung, eine Hybrid-Cloud, AWS-Migration oder Hilfe beim tagtäglichen AWS- oder Azure-Betrieb brauchen, wie sind für Sie da. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir Ihnen helfen können, die für Sie richtige SAP-Lösung in der Cloud zu erstellen.